Ein radiometrisches Messsystem besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:
Umgekehrt gilt: Je dichter oder dicker das durchstrahlte Material, desto stärker wird die Strahlung abgeschwächt und desto geringer ist die am Detektor gemessene Zählrate. Aus dieser inversen Beziehung lassen sich Messgrößen wie Füllstand, Dichte, Grenzstand, Trennschichten oder Massenstrom präzise bestimmen.
Die integrierte Auswertelektronik der VEGA-Sensoren wandeln diese Zählimpulse in einen Messwert um. Die Szintillationsdetektoren von VEGA gelten aufgrund ihrer robusten Bauweise und hoher Sensitivität als Standard für anspruchsvolle Anwendungen.
Für den Einsatz in Ex-Bereichen sowie für komplexe Geometrien und große Messbereiche sind diese in verschiedenen Bauformen und Längen verfügbar.
Die radiometrische Messtechnik zählt zu den zuverlässigsten Verfahren der industriellen Prozessmesstechnik. Ihre wichtigsten Vorteile im Überblick:
Berührungslos, verschleißfrei und wartungsarm
Da keine elektrischen Komponenten mit dem Prozessmedium in Kontakt kommen, gibt es keinen mechanischen Verschleiß. Dichtungen, bewegliche Teile oder Materialermüdung durch chemische oder thermische Belastung entfallen vollständig. Die Instandhaltung der Sensoren wird erheblich vereinfacht, da diese weder Reinigung noch regelmäßige Nachkalibrierung im laufenden Betrieb benötigen.

Radiometrische Detektoren messen sicher und berührungslos durch massive, dickwandige Behälter unabhängig von hohen Prozesstemperaturen und -drücken.
Ob extreme Temperaturen, Druckschwankungen, Dampf, Kondensat oder Anhaftungen – radiometrische Sensoren liefern stabile und reproduzierbare Messwerte unabhängig von den Umgebungsbedingungen, da keine Signalreflexion oder Messfeldstörung innerhalb des Prozesses stattfindet.
Hohe Prozesssicherheit auch bei aggressiven und toxischen Medien
Gerade bei hochaggressiven, abrasiven oder giftigen Medien erhöht die berührungslose Messung – durch Rohr- oder Behälterwände hindurch und unabhängig vom Medium – die Sicherheit für Mensch und Anlage erheblich. Die radiometirische Messtechnik liefert selbst bei Säuren, Lösungsmitteln oder stark basischen Schlämmen zuverlässige Messwerte.
Einfache Installation und flexible Nachrüstung
Ohne Umbauten und meist auch ohne Prozessunterbrechungen lassen sich radiometrische Systeme in bestehenden Anlagen nachrüsten. Detektor und Strahlenschutzbehälter werden außen am Rohr oder Behälter montiert. Über analoge oder digitale Schnittstellen erfolgt die Integration in bestehende Leitsysteme. Hierfür bietet VEGA ein umfangreiches Montagezubehör für sämtliche Rohrdurchmesse oder Behälter sowie detaillierte Auslegungsunterstützung und Genehmigungshilfen.
Grenzstanderfassung
In Silos mit stark staubenden oder klebrigen Materialien detektieren radiometrische Grenzstandsensoren zuverlässig das Erreichen kritische Füllhöhen, etwa zur Überfüllsicherung oder automatisches Start-Stopp-Signal bei Förderprozessen.
Füllstandsmessung
In großen, druckbeaufschlagten oder thermisch isolierten Behältern – etwa in der Petrochemie oder Kraftwerkstechnik – ist die radiometrische Füllstandsmessung oft die einzige praktikable Lösung. Detektoren liefern präzise Messdaten über die gesamte Behälterhöhe, ohne Prozessunterbrechung oder Öffnung des Behälters.
Dichtemessung
Die radiometrische Dichtemessung erlaubt die kontinuierliche Überwachung von Flüssigkeiten oder Suspensionen direkt in Rohrleitungen. Typische Anwendungen sind Konzentrationsbestimmung, Phasenerkennung oder Qualitätssicherung. Anhand physikalischer Parameter ermöglicht die Dichtemessung die gezielte Prozesssteuerung in Reaktoren oder Mischbehältern.
Dichteprofilmessung und Trennschichtdetektion
Die Erstellung eines Dichteprofils wird durch den Einbau mehrerer Detektoren entlang eines Behälters ermöglicht. Besonders bei mehrphasigen Medien ist dies von Vorteil, da somit Trennschichten zwischen Öl und Wasser oder Absetzvorgängen in Klärbecken oder Separationskolonnen zuverlässig erkannt werden.
Konventionelle Messprinzipien sind in vielen Anwendungen effizient und wirtschaftlich. Unter extremen Bedingungen stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. Die Radiometrie versteht sich daher nicht als Ersatz, sondern als hoch spezialisierte Ergänzung innerhalb der industriellen Messtechnik.
Sie ermöglicht Messungen an „unmessbaren“ Stellen und trägt entscheidend zur Prozessstabilität, Anlagenverfügbarkeit und Arbeitssicherheit bei – ganz gleich ob Füllstand, Dichte, Grenzstand, Trennschicht oder Massenstrom.
Ihre berührungslose Funktionsweise, die Unabhängigkeit von extremen Umgebungsbedingungen sowie die hohe Messpräzision machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der modernen industriellen Messtechnik und für Betreiber komplexer Industrieanlagen.
Wer also vor extremen Temperaturen, aggressiven Medien oder komplexen Einbausituationen steht, findet in der radiometrischen Messtechnik eine robuste, sichere und langfristig wirtschaftliche Lösung.