Intelligentere Schlammüberwachung mit IIoT-Radar

Catalina Lu
Als eines der größten Wasser- und Abwasserunternehmen Großbritanniens versorgt Anglian Water über sechs Millionen Menschen in Ostengland, darunter in Grafschaften wie Norfolk, Lincolnshire und Cambridgeshire.
Mit dem langfristigen Ziel, aus Klärschlamm hochwertigen Dünger zu gewinnen, spielt die präzise und zuverlässige Überwachung der Anlagen eine zentrale Rolle. Doch herkömmliche Methoden stießen an ihre Grenzen – gefragt waren mehr Genauigkeit und Beständigkeit. Beides hat Anglian Water nun durch den Einsatz intelligenter IIoT-Messtechnik von VEGA realisiert.

Von manuellen Kontrollen zur Cloud-basierten Überwachung

Bisher erfolgte die Überwachung der Tankfüllstände manuell. Zwar war diese Methode zeitweise praktikabel, doch fehlte es oft an Konsistenz – Fehler und Verzögerungen waren keine Seltenheit. Verpasste oder ungünstig getaktete Schlammabholungen führten regelmäßig zu Störungen im Eindickungsprozess und minderten die Effizienz der Anlagen. Das Ergebnis: mehr Ausfallzeiten, mehr reaktive Eingriffe und weniger Planbarkeit.

Heute setzt Anglian Water auf moderne Radar-Füllstandsensoren – vor allem die VEGAPULS Air 41 und Air 42 – um die Füllstände in den Schlammrückhaltebecken genau zu überwachen. Diese Sensoren werden oberhalb der Becken montiert und benötigen kaum zusätzliche Infrastruktur. Mit Reichweiten von 1 bis 5 Metern liefern sie auch unter schwierigen Außenbedingungen zuverlässige und präzise Messdaten. Sie sind speziell dafür ausgelegt, den oft rauen und exponierten Umgebungen dieser abgelegenen Standorte standzuhalten, wo Temperaturschwankungen und leicht erhöhte Prozesstemperaturen zum Alltag gehören.

Warum Radartechnologie die richtige Wahl war

Präzise Füllstandsmessung mit einem Radarsensor der Serie VEGAPULS Air über dem Schlammrückhaltebecken.

Der radarbasierte Ansatz überzeugte aus mehreren Gründen. Besonders wichtig: Die Installation verlief schnell und unkompliziert, mit nur minimalem Vorbereitungsaufwand. Ebenso ausschlaggebend war die hohe Zuverlässigkeit der Sensoren, die selbst unter widrigsten Bedingungen präzise und hochwertige Daten liefern.

Der größte Vorteil liegt jedoch in der Möglichkeit, die Messwerte direkt an eine zentrale Cloud-Plattform zu senden. So erhalten die Teams Echtzeit-Einblicke und übersichtliche Visualisierungen – von jedem Standort aus zugänglich – und können dadurch schneller und fundierter reagieren.

In Bereichen, in denen eine ATEX-Zertifizierung notwendig ist, hat sich der VEGAPULS Air 42 als Sensor der Wahl bewährt. Beide Modelle sind derzeit auf Halterungen über den Tanks installiert und meistern zuverlässig die Herausforderungen abgelegener Außenstandorte. Dort, wo oft kein stabiler Mobilfunkempfang und kaum lokale Infrastruktur vorhanden sind, haben sich die Sensoren als besonders robust und verlässlich erwiesen.

Einfache Einrichtung, skalierbarer Rollout

Nach erfolgreichen Pilotversuchen in den Jahren 2022 und 2023 startete Anglian Water im April 2024 mit der flächendeckenden Einführung der Technologie – und setzt diesen Ausbau bis heute fort. Die Installation an den verschiedenen Standorten verlief reibungslos, unterstützt durch gezielte Schulungen für die Teams vor Ort.

Mit der VEGA Tools App wurden die Mitarbeitenden sicher durch den gesamten Einrichtungsprozess geleitet, inklusive der zuverlässigen Sicherung und Wiederherstellung wichtiger Sensordaten. Das Team lobte die intuitive Benutzeroberfläche und die klare Anleitung, die eine unkomplizierte und sichere Inbetriebnahme ermöglichten.

Da es sich um batteriebetriebene IIoT-Geräte handelt, entfielen kostspielige Investitionen in umfangreiche Infrastruktur an jedem Tankstandort. Stattdessen konnte Anglian Water schnell und wirtschaftlich eine verlässliche Überwachungslösung realisieren. Das reduzierte nicht nur Betriebsunterbrechungen, sondern optimierte auch die Planung und Durchführung der Schlammeindickung sowie der Transporte deutlich.

Der Einsatz der Radar-Füllstandsensoren verschaffte Anglian Water mehr Kontrolle und Transparenz im gesamten Netzwerk – ein wichtiger Schritt, um Ineffizienzen zu minimieren, intelligenter zu planen und dem Ziel näher zu kommen, Abfälle in wertvolle Ressourcen zu verwandeln.
 

Ähnliche Beiträge

Kategorien

Kommentare

Kommentar schreiben

Beitrag teilen

VEGA Messtechnik AG, Barzloostr. 2, 8330 PFÄFFIKON ZH
info.ch@vega.com · +41 44 952 40 00