Füllstandsmessung mit Radarsensoren: Wie Döhler durch VEGA-Messtechnik Zeit und Kosten spart

Fabian Fischer

In modernen Produktionsprozessen entscheidet die präzise Füllstandsmessung über Effizienz, Kostenkontrolle und Prozesssicherheit. So sind auch in der Getränkeindustrie, wo große Mengen flüssiger Rohstoffe verarbeitet werden, zuverlässige Messverfahren essenziell. Wer hier auf veraltete, manuelle Verfahren setzt, riskiert nicht nur Fehlmengen und Überfüllungen, sondern auch erhebliche Zeitverluste.

Dem Unternehmen Döhler, einem internationalen Hersteller von Halbfertigprodukten für die Getränkeindustrie, gelang der Umstieg auf moderne Füllstandsmesstechnik eindrucksvoll. Mit der Einführung von Radar-Füllstandssensoren aus der VEGA-BASIC-Serie konnte das Unternehmen seine Produktionsprozesse nachhaltig optimieren – ein Paradebeispiel für Digitalisierung und Automatisierung in der Prozessindustrie.

 

Die Herausforderung: 105 Tanks ohne Echtzeitüberwachung

Am Standort Oosterhout in den Niederlanden betreibt Döhler eine große Rohstofflagerung mit 105 Tanks für Flüssigkeiten, die viele bekannte Getränkemarken – vom Supermarkt bis zur Gastronomie – als Grundlage für ihre eigenen Rezepturen nutzen. Diese reichen von 50 bis 1.000 Kubikmeter Fassungsvermögen und beherbergen Fruchtkonzentrate, „Not from Concentrate“ (NFC) und andere flüssige Rohstoffe.

Bis vor Kurzem wurden die Tankfüllstände manuell gemessen. Dazu nutzten die Mitarbeiter einen einzigen tragbaren VEGA-Radarsensor, der auf der Tanköffnung platziert wurde. Die Messwerte mussten anschließend manuell in Excel übertragen und in Volumen umgerechnet werden. Dieses Verfahren hatte gleich mehrere Nachteile:

  • Zeitaufwand: Die Messungen blockierten wertvolle Arbeitsstunden.
  • Ungenauigkeit: Tanks ohne Plattformen konnten nicht gemessen werden, Füllstände wurden geschätzt.
  • Produktionsrisiken: Fehlplanungen führten zu Überfüllungen oder Engpässen und unnötigen Tankwagenfahrten.

Projektingenieur Niels van den Hooven bringt es auf den Punkt: „Manchmal dachten wir, 25 Tonnen seien im Tank, tatsächlich waren es nur 20. Dann mussten wir schnell reagieren. Umgekehrt kam es auch vor, dass Tanks überfüllt wurden, weil mehr Material drin war als geschätzt. Das passiert, wenn der Überblick über die Bestände fehlt.“

 

Die Lösung: Stationäre Radar-Füllstandsensoren von VEGA

Der kabelgebundene Radarsensor VEGAPULS C 23 misst in Echtzeit zuverlässig die Füllstände in Tanks über 15 Meter.

Auf der Suche nach einer zuverlässigen und effizienten Füllstandüberwachung wandte sich Döhler an den Messtechnik-Spezialisten VEGA. Dank früherer positiver Erfahrungen mit einem tragbaren VEGA-Sensor entschied man sich für eine dauerhafte Installation stationärer Radar-Füllstandsensoren. VEGA-Kundenbetreuer Lode Simons arbeitete eng mit Döhler zusammen, um die passenden Sensoren für eine kundenspezifische Lösung zu finden: „Zuerst klären wir, was der Kunde genau braucht. Welche Flüssigkeiten sind im Spiel? Gibt es Rührwerke oder andere Störfaktoren? Wie hoch ist die Viskosität? Entsteht Schaum? Dann stellen wir sicher, dass das Radar die Füllstände präzise misst und die Daten zuverlässig in Volumen umgerechnet werden können.“

Zum Einsatz kommen zwei Modelle aus der VEGAPULS-BASIC-Serie:

Diese beiden Sensoren aus der VEGA-BASIC-Serie sind im Gegensatz zum High-End-Sensor VEGAPULS 6X für weniger komplexe Anwendungen gedacht, bieten aber dennoch die gleiche Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Da es bei Döhler keine Schaumbildung gibt, die Flüssigkeitsoberfläche stabil ist und die Rührwerke an den Tankseiten sitzen, herrschen perfekte Bedingungen für die VEGAPULS-BASIC-Serie.

 

VEGA-BASIC-Serie: Radartechnik für Standardanwendungen

Der kompakte Radarsensor VEGAPULS 31 sorgt bei Tanks bis 20 Meter Höhe für eine effiziente und zuverlässige Füllstandsmessung.

Die VEGA-BASIC-Serie ist speziell für Anwendungen unter moderaten Prozessbedingungen wie bei Döhler entwickelt worden. Die VEGAPULS-Radarsensoren liefern hochpräzise Messungen und kombinieren die Vorteile modernster Radartechnologie mit einer kosteneffizienten und robusten Bauweise, wodurch sie praktisch wartungsfrei sind. Damit eignen sie sich neben weiteren Branchen besonders für Standardprozesse in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wo verlässliche Füllstandssensoren gefragt sind, ohne dass die Investitionskosten explodieren.
Besonderheiten der Serie:

  • Einsatz modernster 80-GHz-Radarsensorik.
  • In standardisierten Konfigurationen verfügbar.
  • Flexible Integration in die Prozessleittechnik mit Schnittstellen wie 4–20 mA, Modbus oder HART.
  • Bluetooth-Schnittstelle für einfache Konfiguration und Diagnose.
  • Optionale integrierte Anzeige.
  • Ergänzung durch Drucksensoren und Schalter für ein umfassendes Prozess-Monitoring.

Installation und Integration: Schnell, sicher und zukunftsfähig

Die Installation der ersten 15 Sensoren verlief reibungslos – innerhalb von nur drei Tagen waren die Systeme betriebsbereit. Die größte Herausforderung bestand in der Verkabelung, da viele Schalttafeln in Bodennähe installiert sind und lange Kabel bis zum Tankdeckel verlegt werden mussten. Mit Unterstützung von VEGA-Experten zur Kalibrierung der Sensoren und externen Auftragnehmern für Schweißarbeiten und Verkabelung konnten die Anlagen jedoch schnell und zuverlässig integriert werden.

Besonders vorteilhaft:

  • Einfache Kalibrierung durch VEGA.
  • Trendwatch-Tool zur präzisen Berechnung der Volumen und zur Visualisierung der Füllstände in Echtzeit.
  • Schulung des Personals, um Fehlermeldungen eigenständig zu beheben, akuten Handlungsbedarf zu erkennen und die Sensoren optimal zu nutzen.

So verfügt Döhler heute über ein durchgängiges Monitoring-System, das sowohl Produktionsplanung als auch Logistik erheblich vereinfacht.

 

Vorteile der Radar-Füllstandssensoren im Überblick

Die Umstellung auf die VEGAPULS-BASIC-Serie brachte Döhler eine Vielzahl an Vorteilen, um heutige Produktionsstandards sicherzustellen:

  • Echtzeit-Transparenz: Alle Tanks sind jederzeit digital einsehbar.
  • Zeiteinsparung: Mitarbeiter müssen keine manuellen Messungen mehr durchführen.
  • Fehlervermeidung: Exakte Messwerte verhindern Überfüllungen und Fehlplanungen.
  • Kosteneffizienz: Weniger Arbeitszeit, weniger Materialverluste, optimierte Tankwagenfahrten.
  • Wartungsfreiheit: Die Sensoren sind robust und benötigen praktisch keine Instandhaltung.
  • Zukunftsfähigkeit: Integration in digitale Systeme und Industrie-4.0-Strategien.
 
„Für uns ist Arbeiten ohne transparente Messergebnisse wie diese zukünftig keine Option mehr".
Zitat

Füllstandsmessung als Schlüssel zur Effizienzsteigerung

Die Einführung von stationären Radar-Füllstandsensoren bei Döhler verdeutlicht, wie stark moderne Füllstandsmesstechnik Produktionsprozesse bezüglich deren vollständiger Digitalisierung beeinflussen kann. Mit der VEGAPULS-BASIC-Serie hat das Unternehmen nicht nur den manuellen Messaufwand eliminiert und die Betriebskosten reduziert, sondern auch die Prozesssicherheit, Ressourcenplanung, Effizienz und Transparenz auf ein neues Niveau gehoben.

In einer Zeit, in der Digitalisierung und Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit bestimmen, zeigt das Beispiel Döhler: Füllstandmessung mit Radarsensoren ist kein optionales Add-on, sondern ein zentraler Baustein moderner Prozessindustrie.

Gerade für Unternehmen der Getränkeindustrie, die von schwankender Rohstoffverfügbarkeit, hohen Qualitätsanforderungen und engen Zeitfenstern geprägt ist, und über weitere Branchen hinaus gilt:
Wer heute in intelligente Sensorik investiert, schafft die Basis für nachhaltigen Erfolg in der Produktion von morgen.

 

Ähnliche Beiträge

Kategorien

Kommentare

Kommentar schreiben

Beitrag teilen

VEGA Austria GmbH, Johann Roithner-Straße 131, 4050 TRAUN
info.at@vega.com · +43 7229 66877