Kommunalabwasserrichtlinie sicher umsetzen: Warum moderne Messtechnik jetzt entscheidend wird

Fabian Fischer

Die neue europäische Kommunalabwasserrichtlinie markiert einen bedeutenden Wandel für Betreiber kommunaler Abwasseranlagen. Strengere Grenzwerte, detaillierte Dokumentationspflichten und neue Anforderungen an die Wasseraufbereitung erhöhen den Druck auf Kommunen und Betreiber gleichermaßen. Gleichzeitig eröffnet die Richtlinie die Chance, Abwasserinfrastrukturen nachhaltiger, effizienter und transparenter zu gestalten.

Damit diese Transformation gelingt, spielt moderne VEGA-Messtechnik eine zentrale Rolle. Präzise Füllstands-, Druck- und Durchflussmessungen bilden die Grundlage für einen sicheren, wirtschaftlichen und rechtskonformen Betrieb kommunaler Abwasseranlagen.


Die neue kommunale Abwasserrichtlinie: Was sich für Betreiber verändert

Die überarbeitete EU-Kommunalabwasserrichtlinie verfolgt das Ziel, Gewässer besser zu schützen und Emissionen aus Abwasseranlagen deutlich zu reduzieren. Besonders im Fokus stehen:

  • Einführung einer vierten Reinigungsstufe zum Abbau von Spurenstoffen
  • Verschärfte Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor
  • Detaillierte Erfassung von Abschlagsmengen in Regenüberlaufbecken
  • Förderung der Wiederverwendung gereinigter Abwässer 
  • Höhere Anforderungen an Transparenz und Dokumentation 

Für Betreiber bedeutet das vor allem eines: Ohne belastbare Messdaten ist die Einhaltung der Richtlinie kaum realisierbar. 

Die Umsetzung der kommunalen Abwasserrichtlinie umfasst in der Praxis verschiedenste Stellen im Abwassersystem, an denen der Einsatz intelligenter Sensorik sicher und präzise unterstützen kann.

Warum Messtechnik zum Schlüsselfaktor wird

Kommunale Abwasseranlagen arbeiten unter anspruchsvollen Bedingungen. Starkregen, aggressive Medien, Schaumbildung oder explosionsgefährdete Bereiche stellen hohe Anforderungen an Sensorik und Datenverarbeitung.

Die Richtlinie fordert:

  • nachvollziehbare Messwerte
  • langfristige Datenspeicherung
  • präzise Prozessüberwachung
  • hohe Betriebssicherheit
  • schnelle Reaktionsfähigkeit bei Störungen 

Robuste Füllstands-, Druck- und Grenzstandsensoren von VEGA ermöglichen dabei eine zuverlässige Überwachung selbst unter extremen Witterungsbedingungen. 

 

1. Kanalnetz intelligent überwachen

Ein zentraler Bestandteil der neuen Kommunalabwasserrichtlinie ist die detaillierte Erfassung von Durchflussmengen in den Kanalsystemen.

Durch kontinuierliche Pegelüberwachung lassen sich:

  • Fremdwassereinträge identifizieren 
  • Verstopfungen frühzeitig erkennen 
  • hydraulische Überlastungen vermeiden  

Besonders moderne VEGA-Radarsensoren ermöglichen eine zuverlässige Messung unabhängig von Verschmutzungen oder Witterungseinflüssen. In Kombination mit KI-gestützter Datenverarbeitung entstehen intelligente Kanalnetze mit deutlich höherer Betriebssicherheit. 

 

2. Regenüberlaufbecken rechtskonform dokumentieren

Die Anwendung in Regenüberlaufbecken und Pumpenschächten kommunaler Abwasseranlagen stellt hohe Anforderungen an die Robustheit von Sensoren.

Die neue kommunale Abwasserrichtlinie verschärft die Anforderungen an die Dokumentation von Einstau- und Abschlagereignissen in Regenüberlaufbecken (RÜB).

Hier ist präzise Messtechnik unverzichtbar:

  • Exakte und sichere Erfassung von Füllständen 
  • Ermittlung von Abschlagsmengen 
  • Langfristige Datenspeicherung 
  • Nachweisfähigkeit gegenüber Behörden 

Berührungslose Radarmesstechnik von VEGA bietet dabei entscheidende Vorteile gegenüber Ultraschallsystemen, insbesondere bei Schaum, Feuchtigkeit und Verschmutzung. Zusätzlich erleichtert die universelle Modbus-Schnittstelle  die Integration an marktübliche Datenlogger.

 

3. Effiziente Pumpstationen durch präzise Druck- und Füllstandsmessung

Pumpstationen zählen zu den energieintensivsten Bereichen kommunaler Abwasseranlagen. Gleichzeitig müssen sie dauerhaft zuverlässig funktionieren.

Durch moderne Messtechnik lassen sich:

  • Pumpzyklen optimieren
  • Energieverbräuche senken
  • Trockenlauf verhindern
  • Wartungsintervalle verbessern
  • Betriebsstörungen frühzeitig erkennen 

Besonders wartungsfreie VEGA-Radar- und Drucksensoren bieten langfristige Vorteile für Betreiber, da sie auch unter rauen Betriebsbedingungen zuverlässig arbeiten. 

 

4. Abwassereinlauf: Präzise Durchflussmessung für sichere Prozesse

Im Abwassereinlauf ist eine zuverlässige Durchflussmessung entscheidend für die Prozesssteuerung und die Einhaltung der neuen Kommunalabwasserrichtlinie. Moderne Radarsensoren messen berührungslos und arbeiten unabhängig von Umgebungsbedingungen deutlich zuverlässiger als klassische Ultraschallsysteme. 

Vorteile moderner Messtechnik im Abwassereinlauf:

  • präzise Erfassung der Zulaufmengen 
  • frühzeitige Erkennung von Belastungsspitzen 
  • bessere Prozesssteuerung der Kläranlage 
  • sichere Dokumentation für Behördennachweise 

Zusätzliche Datenlogger und Durchflussmengenzähler sorgen dafür, dass Messdaten langfristig gespeichert und jederzeit nachvollziehbar bleiben.

 

5. Die vierte Reinigungsstufe: Neue Anforderungen an die Prozessüberwachung

Die Einführung der vierten Reinigungsstufe gehört zu den größten Veränderungen der neuen Kommunalabwasserrichtlinie.
Ziel ist die Entfernung von schwer abbaubaren Mikroschadstoffen (Spurenstoffen) wie:

  • Medikamentenrückständen 
  • Hormonen 
  • Pestiziden 
  • Mikroplastik 

Die Umsetzung erfordert den Einsatz unterschiedlicher Verfahren , für die VEGA jeweils präzise Messtechnik bietet.

Granulierte Aktivkohlefiltration

Bei diesem Verfahren fließt das Wasser durch eine Schicht Aktivkohle. Dieses Aktivkohlegranulat bindet Schadstoffe aus dem Wasserstrom, die durch die konventionelle Reinigung nicht entfernt wurden.

Die Kontrolle von Rückspülprozessen erfolgt unter anderem durch:

  • Radar-Füllstandmessung 
  • Drucksensorik 

Dadurch kann der Filterbetrieb der Anlage bedarfsgerecht, wirtschaftlich und zuverlässig gesteuert werden. 

Beimischung von Pulveraktivkohle

Hier wird pulverförmige Aktivkohle dem Wasser beigemischt, an der sich die Mikroschadstoffe ablagern. Eine anschließende Filtration trennt die Kohlepartikel, wodurch diese entsorgt werden können.

Sensorik übernimmt dabei wichtige Aufgaben:

  • Überwachung der Filterbelegung 
  • Detektion von Kohlepartikeln 
  • Steuerung der Filtration 

Gerade Drucksensoren und Vibrationsgrenzschalter spielen hierbei eine wichtige Rolle für einen stabilen Anlagenbetrieb. 

Ozonierung für die Oxidation

Die Ozonierung nutzt ein starkes Oxidationsmittel zur chemischen Zerstörung von Spurenstoffen oder deren Zerlegung in leicht abbaubare Bestandteile. Dafür ist eine präzise Drucküberwachung essenziell.

Die eingesetzten Sensoren müssen dauerhaft den exakten Druck in den Rohrleitungen überwachen und aggressiven Medien wie Chlor oder Ozon sicher standhalten. Nur so kann ein sicherer Betrieb gewährleistet werden. 

Umkehrosmose zur Schadstoffelimination

Bei der Umkehrosmose wird Wasser nach einer Vorfilterung unter hohem Druck durch eine halbdurchlässige Membrane gepresst.

Diese entfernt selbst kleinste Partikel wie Bakterien, Viren oder andere Schadstoffe.

Die Membranbelegung wird durch eine Differenzdruckmessung überwacht, welche auch automatisch den Reinigungsprozess steuert. 

 

6. Phosphorrückgewinnung: Nachhaltigkeit braucht Prozesssicherheit

In kommunalen Abwasseranlagen können Radarsensoren zur präzisen Füllstandsmessung über dem Schlammrückhaltebecken eingesetzt werden.

Phosphor steht nur sehr begrenzt zur Verfügung, weshalb eine Rückgewinnung des Rohstoffs unerlässlich ist. Um diesen aus Klärschlamm und Klärschlammasche zu extrahieren, werden unterschiedliche Verfahren eingesetzt, die auf zuverlässige Messwerte angewiesen sind. 

Da die Steuerung der Verfahren technisch komplex ist, benötigt diese:

  • hochpräzise Messwerte 
  • robuste Sensorik 

Nur mit stabilen Prozessen lässt sich eine wirtschaftliche Rückgewinnung dauerhaft sicherstellen. VEGA bietet dafür ein umfassendes Portfolio für die unterschiedlichsten Anforderungen der verschiedenen Verfahren.

 

7. Abwasserwiederverwendung gewinnt an Bedeutung

Sauberes Wasser wird durch die Verknappung weltweit zu einer immer wertvolleren Ressource. Deshalb und durch die immer bessere Qualität der Abwasserreinigung gewinnt die Wiederverwendung gereinigter Abwässer zunehmend an Bedeutung – beispielsweise für die landwirtschaftliche Bewässerung.

Die bedarfsorientierte Speicherung und Verteilung wäre ohne eine geeignete Messtechnik nicht realisierbar. Die VEGA-Lösungen umfassen hier präzise Sensoren zur Füllstandsmessung und Drucküberwachung von Behältern und Rohrleitungen.

 

Digitalisierung und Datenmanagement werden Pflicht

Vernetzte Messinfrastruktur von VEGA mit Füllstand- und Drucksensoren, Datenlogger, Cloud-Anbindung und lokaler Datenspeicherung zur sicheren und gesetzeskonformen Umsetzung der kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL).

Neben der eigentlichen Messung gewinnt auch die sichere Verarbeitung und Dokumentation von Daten massiv an Bedeutung. VEGA bietet eine vielseitige Auswahl an Feldgeräten, die passgenau auf Ihre Anforderungen abgestimmt sind und nahtlos in eigene oder gehostete Managementsysteme integriert werden können.

Im myVEGA-Kundenportal stehen Ihnen folgende Services kostenfrei zur Verfügung:

  • Cloudbasiertes Backup & Restore der Sensordaten
  • Wichtige Dokumentationen, Preise und Lieferzeiten
  • Auftragshistorien und Sendungsverfolgung 
  • Bereitstellung eines digitalen Zwillings zur sicheren Datenspeicherung 
  • Einfache Erstellung von Wartungsprotokollen
  • Jederzeit Zugriff auf Sensordaten, Zertifikate und Wartungshistorien per QR-Code, RFID-Tag oder Seriennummer
  • Wartungsdokumentationen per QR-Code oder RFID 

Gerade im Hinblick auf Rechtssicherheit und Auditfähigkeit wird ein professionelles Datenmanagement zum entscheidenden Erfolgsfaktor. 

 

Ohne moderne Messtechnik keine sichere Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie

Die neue Kommunalabwasserrichtlinie stellt Kommunen und Betreiber vor erhebliche technische und organisatorische Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen nachhaltiger und effizienter zu gestalten.

Moderne Messtechnik bildet dabei die Grundlage für:

  • rechtskonforme Dokumentation 
  • stabile und energieeffiziente Prozesse 
  • zuverlässige Prozessüberwachung 
  • nachhaltige Wasserbewirtschaftung 
  • wirtschaftlichen Anlagenbetrieb 

Wer frühzeitig in robuste Sensorik, intelligente Datenauswertung und digitale Prozessüberwachung investiert, schafft die Basis für eine zukunftssichere Abwasserinfrastruktur.

 

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